{"id":703,"date":"2024-07-13T08:24:08","date_gmt":"2024-07-13T08:24:08","guid":{"rendered":"http:\/\/karlheinzarnold.de\/?page_id=703"},"modified":"2024-09-23T15:40:50","modified_gmt":"2024-09-23T15:40:50","slug":"tour-de-natur-2024-von-magdeburg-nach-kassel","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/karlheinzarnold.de\/?page_id=703","title":{"rendered":"Tour de Natur 2024: von Magdeburg nach Kassel"},"content":{"rendered":"<h1>Sonntag, 21.07.2024, zweiter Tag der <a href=\"https:\/\/tourdenatur.net\/blog\/\">TdN 2024<\/a>: Exkursionstag in Magdeburg, Radtour nach Barby zum Elbe-Saale-Camp<\/h1>\n<p>Bei bestem Sommersonnenwetter radelten ca. 60 Touries vom Quartier, der Waldorfschule Magdeburg, durch die Landeshauptstadt, querten die Elbe und folgten dann dem (rechtsseitigen) Elbradweg in Richtung S\u00fcden. Schon bald nach Verlassen des Siedlungsgebietes wurden sie mitten ins Thema des Exkursionstages gef\u00fchrt: Naturschutz.<\/p>\n<p>Radeln durch die Elbauen \u2013 eine gro\u00dfartige Natur- und Kulturlandschaft zeigt sich hier mit Solit\u00e4rb\u00e4umen, oftmals Eichen, die aus den weiten Wiesenfl\u00e4chen emporragen, ab und an kleinere Geh\u00f6lze oder gar hoch aufgewachsene Waldst\u00fccke und dazwischen: extensive (also nicht intensive) Landwirtschaft zur Heugewinnung, aber tw. auch zum Getreideanbau. Diese offene Landschaft bleibt nur offen, wenn diese bewirtschaftet und damit offen gehalten wird. Und die Auenw\u00e4lder bleiben nur, wenn sie hinreichenden Wasserzugang haben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_749\" aria-describedby=\"caption-attachment-749\" style=\"width: 525px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-749 size-large\" src=\"http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/DSC09535-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"394\" srcset=\"http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/DSC09535-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/DSC09535-300x225.jpg 300w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/DSC09535-768x576.jpg 768w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/DSC09535-1536x1152.jpg 1536w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/DSC09535-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-749\" class=\"wp-caption-text\">Auenwald nahe der Elbe bei Pretzien<\/figcaption><\/figure>\n<p>Am Petziener Wehr gab es einen Infostopp. Dieses technische Bauwerk wurde 1875 fertiggestellt. Bei Elbhochwasser werden die Schotten gehoben. Der Elbstrom kann dann einen Teil der Wassermassen in den Elbumflutkanal, die \u201eAlte\u201c, einst m\u00e4andrierende Elbe bringen und damit die Gefahr einer \u00dcberflutung der niedrig gelegenen Teile Magdeburgs erheblich mindern, was aber bei Extremhochwassern wie 2013 \u201elediglich\u201c eine Senkung des Elbpegels um ca. 50 cm ausmachte. Ganze Stadtteile von Magdeburg mussten damals ger\u00e4umt werden. Dieses europaweite Extremwetterereignis zeigte die schon jetzt eintretenden fatalen Folgen des Klimawandels. Zugleich wurde damit deutlich, dass die Elbe mehr \u201eBett\u201c braucht, also auch die weiten Auenw\u00e4lder und die alten Elbarme.<\/p>\n<p>Die Radroute f\u00fchrte dann nah an die Elbe heran. An einer gut zug\u00e4nglichen Uferstelle erwartete Ernst Paul D\u00f6rfler die Touries, ein Experte f\u00fcr die \u00d6kologie der Elbauen und ein vielgefragter Referent und Buchautor. Im Verlagstext zu \u201eAufs Land: Wege aus Klimakrise, Monokultur und Konsumzwang\u201c (M\u00fcnchen: Hanser, 2021) liest Frau und man dazu: \u201eWir haben den Blick f\u00fcr das Wesentliche verloren: unser Wohlergehen und das der Natur. Wir leben in engen St\u00e4dten. Wir arbeiten viel, um immer mehr zu konsumieren. Leidenschaftlich und kompetent ruft der \u00d6kologe Ernst Paul D\u00f6rfler dazu auf, endlich auszubrechen und nachhaltige L\u00f6sungen zu finden. Der Weg dorthin f\u00fchrt aufs Land. Als unbequemer Umweltsch\u00fctzer schon in der DDR vermittelt er glaubhaft wie kein Zweiter, was freies und selbstbestimmtes Leben bedeutet und wie es gehen kann. Wer weniger braucht, muss weniger arbeiten und verdienen, schont zugleich die nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen, lebt zufriedener und ges\u00fcnder.\u201c<\/p>\n<p>Bei betr\u00e4chtlicher Sommerhitze lagerten die Touries am Elbstrand im Schatten der dort wachsenden Pappeln und erfuhren, dass die Elbe die gr\u00f6\u00dften Auenfl\u00e4chen Europas an ihren Ufern hat.<\/p>\n<p>Gef\u00e4hrdet wird diese einzigartige Landschaft durch das noch immer in Planung befindliche Vorhaben, die \u201eBundeswasserstra\u00dfe Elbe\u201c zu einem frachtschiffg\u00e4ngigen Fluss zuzurichten, was eine erhebliche Vertiefung erforderlich machte, die dann wiederum den eh schon niedrigen Grundwasserspiegel der Auenlandschaft noch weiter senkte und damit das Austrocknen der Auenw\u00e4lder forcierte. Was in der \u00d6ffentlichkeit kaum bekannt ist: Die Elbe ist ein \u00fcberwiegend ungestauter Fluss, der im Sommer Niedrigwasserst\u00e4nde von weniger als einem Meter hat. Eine Frachtschifffahrt auf diesem Fluss oberhalb von Geesthacht \u2013 hier ist das im Flusslauf erste Stauwerk errichtet worden \u2013 zu erm\u00f6glichen, erforderte immense Investitionen und sch\u00e4digte die Flusslandschaft massivst.<\/p>\n<p>Bei hochsommerlicher Hitze radelten die Touries nun in Richtung Barby weiter. Die meisten querten die Elbe \u00fcber die einstmalige Eisenbahnbr\u00fccke, die nach der sog. Wende nicht wieder in Funktion gebracht worden ist.<\/p>\n<p>Die Alternativroute f\u00fchrte per Schiff in Barby \u00fcber die Elbe \u2013 mit Nutzung der Gierseilf\u00e4hre. Auf der linken Elbeseite nah beim F\u00e4hranleger hat das <a href=\"http:\/\/elbe-saale-camp.de\/\">Elbe-Saale-Camp<\/a> seinen Standort und erwartete die Tour de Natur als G\u00e4ste.<\/p>\n<figure id=\"attachment_751\" aria-describedby=\"caption-attachment-751\" style=\"width: 525px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-751 size-large\" src=\"http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/DSC09561-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"394\" srcset=\"http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/DSC09561-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/DSC09561-300x225.jpg 300w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/DSC09561-768x576.jpg 768w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/DSC09561-1536x1152.jpg 1536w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/DSC09561-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-751\" class=\"wp-caption-text\">Versammlungs- und Gemeinschaftszelte des Elbe-Saale-Camps bei Barby<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eSeit 1993 f\u00fchren Mitglieder dieses Aktionsb\u00fcndnisses im M\u00fcndungsbereich der Saale ein mehrt\u00e4giges internationales Camp durch, um auf die unumkehrbaren Folgen der geplanten (und zum Teil bereits realisierten) Bauma\u00dfnahmen hinzuweisen. Das Aktionsb\u00fcndnis z\u00e4hlt zu den Mitbegr\u00fcndern des Netzwerkes Flusslandschaften Elbe-Saale-Havel-Oder.\u201c (Text von dem <a href=\"http:\/\/elbe-saale-camp.de\/html\/hintergrund.html\">Homepage des Camps<\/a>).<\/p>\n<p>Ernst Paul D\u00f6rfler lud Touries und Camp-Aktivisten zu einer kleinen vogelkundlichen Exkursion ein. In unmittelbarer Nachbarschaft des Camps wohnt eine f\u00fcnfschn\u00e4belige Storchenfamilie auf ihrem Horst und schaute gelassen auf die selbst unten im Schatten noch schwitzenden Menschen hinab.<\/p>\n<figure id=\"attachment_752\" aria-describedby=\"caption-attachment-752\" style=\"width: 525px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-752 size-large\" src=\"http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/DSC09572-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"394\" srcset=\"http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/DSC09572-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/DSC09572-300x225.jpg 300w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/DSC09572-768x576.jpg 768w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/DSC09572-1536x1152.jpg 1536w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/DSC09572-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-752\" class=\"wp-caption-text\">Storchennest am Elbe-Saale-Camp<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Ausf\u00fchrungen von Ernst Paul D\u00f6rfler zum \u201eLiebesleben der V\u00f6gel\u201c \u2013 so der Titel seines just erschienenen Buches (M\u00fcnchen: Hanser) spendeten Trost und Sorge zugleich. Den St\u00f6rchen und gro\u00dfen Raubv\u00f6geln (ganz in der N\u00e4he befindet sich auf einem Hochspannungsmast das Nest einer Seeadlerfamilie) darf monogames Verhalten oder zumindest \u201eHorsttreue\u201c und nachfolgend Wiederbeginn der Horstgemeinschaft mit dem letztj\u00e4hrigen Horstabschnittsgef\u00e4hrten attestiert werden. Bedenklicher stimmen die Nachrichten \u00fcber die kleinen Gefiederten: \u201eSo leben V\u00f6gel weit weniger monogam, als h\u00e4ufig angenommen, und der Klimawandel verst\u00e4rkt diese Tendenz sogar noch: Extreme Schlechtwetterlagen befl\u00fcgeln den Partnerwechsel unter V\u00f6geln.\u201c (Verlagstext)<\/p>\n<p>Wams K\u00fcche versorgte die Touries mit einer schmackhaften Mittagsmahlzeit. Die B\u00e4ckerin des Camps hatte leckere Kuchen vorbereitet, so dass reichlich geschlemmt werden konnte.<\/p>\n<p>Jutta R\u00f6seler, die sich seit vielen Jahren als Vorsitzende des gemeinn\u00fctzigen Vereins Flussregenpfeifer f\u00fcr das allj\u00e4hrliche Elbe-Saale-Camp engagiert, begr\u00fc\u00dfte die Touries und schilderte die Aktivit\u00e4ten des Camps, das in seinem Programm einiges zu bieten hat.<\/p>\n<p>Dann wurde es Zeit, die R\u00fcckfahrt anzutreten. Leider zog ein Gewitter auf, und die nochmals 35 km per Rad zur\u00fcckzulegen, das war die eine M\u00f6glichkeit, von der \u2013 dem Regen und Sturm trotzend \u2013 die meisten Touries Gebrauch machten. Nicht unwesentlich trug zur Stimmungsverbesserung der Reggae-Sound bei, den Ivo und Celina vom Lastenrad aus in die Radlergruppe diffundieren lie\u00dfen. Und die anderen nutzten die Regionalbahn; Bahnh\u00f6fe gab\u2019s mehrere an der Strecke.<\/p>\n<p>Die R\u00fcckfahrt der Touries erfolgte \u2013 wie standardm\u00e4\u00dfig bei der Tour de Natur \u2013 als angemeldete Demonstration, muss also mit den Ortspolizeibeh\u00f6rden abgestimmt und von diesen genehmigt und begleitet werden. Dieser durchaus hilfreiche Service \u2013 manche Autofahrer:innen verstehen besser, dass eine gro\u00dfe (= lange) Radlergruppe nicht einfach \u00fcberholt werden kann (und darf), wenn sie auf ein solches Dienstfahrzeug am Ende der Tour blicken \u2013 fiel angemessen aus: Es reichte ein Polizei-Bulli als Schlussfahrzeug. Die Tour sichert an Kreuzungen\/Einm\u00fcndungen und unterwegs im Seitenbereich durch ihre eigenen Ordner und das hat sich wieder mal bew\u00e4hrt.<\/p>\n<h1>Montag, 22.07.2024, 3. Tag der Tour de Natur: von Magdeburg nach Helmstedt (59 km)<\/h1>\n<p>Heute startete die Tour de Natur p\u00fcnklich, also kurz nach 09:30 Uhr, mit ungef\u00e4hr einhundert Radler:innen \u2013 nach gutem Fr\u00fchst\u00fcck aus Wam\u2019s K\u00fcche: M\u00fcsli oder warmer Brei und\/oder Brot mit veganen Aufstrichen oder Marmelade oder Erdnussmus, dazu Tee oder Kaffee.<\/p>\n<p>Die Einnahme des Fr\u00fchst\u00fccks fand vor der Turnhalle der Waldorfschule Magdeburg statt. Hier fehlten B\u00e4nke oder andere Sitzgelegenheiten; die Stufen der Treppe zum oberen Schulareal dienten manchen als Ersatz. Jetzt durchaus h\u00e4ufiger zu sehen: mitgef\u00fchrte eigene Sitzm\u00f6bel wurden aufgestellt.<\/p>\n<p>Wie schon am Vortag hatte wiederum Sebastian den Hut auf f\u00fcr (vulgo: leitete) diese Tagestour, die nun \u201eauf Strecke\u201c ging und von Magdeburg \u00fcber Wanzleben nach Eilsleben, also durch die Magdeburger B\u00f6rde f\u00fchrte, um dann nach Morsleben und weiter Helmstedt zu gelangen, das zwischen Lappwald und Elm gelegen ist.<\/p>\n<p>Erstes Etappenziel war jenes Areal am Rande des D\u00f6rfchens Schleibnitz, das ungef\u00e4hr 15 km entfernt von Magdeburgs Innenstadt und ungef\u00e4hr 7 km vom Siedlungsgebiet des Vorortes Ottersleben liegt. Schleibnitz wird umgeben von der Magdeburger B\u00f6rde, einer intensiv (nicht extensiv) bewirtschafteten \u2013 vom Weizen- und Zuckerr\u00fcbenanbau in gro\u00dfen, oftmals riesigen Feldschl\u00e4gen gepr\u00e4gten, weitgehend ebenen Landschaft \u2013, deren Boden sehr fruchtbar ist.<\/p>\n<p>Hier am Rand der Feldmark von Schleibnitz erwartete die Touries ein Experte: J\u00fcrgen Hartmann, Berater f\u00fcr \u00f6kologischen Landbau i.R. und Kenner sowohl der agrarwirtschaftlichen und der landschafts\u00f6kologischen Entwicklung als auch der Bebauungsplanung der gesamten Region. Auf einer Ackerfl\u00e4che von 400 ha bzw. 1000 ha, wenn k\u00fcnftige Bauvorhaben und die Ansiedlung von Zulieferbetrieben auf 1000 ha ber\u00fccksichtigt werden, soll die Intel-Chip-Fabrik entstehen.<\/p>\n<p>Wirtschaftspolitisch werden mit diesem Gro\u00dfprojekt mehrere Ziele verfolgt: Reduzierung der Abh\u00e4ngigkeit deutscher und europ\u00e4ischer Firmen vom von China bedrohten Taiwan, dem Standort des Weltmarkf\u00fchrers in avancierter Chipherstellung, sowie Schaffung von 8000 Arbeitspl\u00e4tzen hier \u2013 und das hei\u00dft auch: in den neuen deutschen Bundesl\u00e4ndern, die vom Ende des Braunkohlentagebaus und der Braunkohlenverstromung massiv betroffen sind (die Tour de Natur befasste 2015 sich mit diesem Problem insbesondere in Cottbus: Diskussion mit Vertretern von Vattenfall und der IG BCE Bezirksvertretung). Ungef\u00e4hr 10 Milliarden Euro werden in das ca. 30 Milliarden kostende Intel-Projekt als Steuermittel flie\u00dfen. Zum Vergleich: Der gesamte Landeshaushalt betr\u00e4gt f\u00fcr Sachsen-Anhalt im Jahr 2024 ca. 13 Milliarden Euro. Damit ist klar: Hier m\u00fcsste fast der gesamte Landeshaushalt verausgabt werden \u2013 oder die Steuereinnahmen des Bundes flie\u00dfen in dieses Unternehmen.<\/p>\n<p>Das vermutlich gr\u00f6\u00dfte \u00f6kologische Problem der Intel-Chip-Fabrik ist deren Wasserverbrauch, der \u2013 so hob J\u00fcrgen Hartmann hervor \u2013 in einer Region stattfinde, die eh unter erheblichem Niederschlags- und Grundwassermangel leide. Die Magdeburger B\u00f6rde liegt im Windschatten des Harzes, hat zwar die h\u00f6chsten Boden(g\u00fcte)punkte, aber bringt bei konventioneller Landwirtschaft nur dann h\u00f6chste Ertr\u00e4ge, wenn die Feldfr\u00fcchte mit Grundwasserentnahme gew\u00e4ssert werden, was wiederum den hier eh niedrigen Wasserspiegel nochmals reduziert. Obendrein, so J\u00fcrgen Hartmann, sind die so erzeugten Pflanzen deutlich \u201eschw\u00e4cher\u201c als jene, die im \u00f6kologischen Landbau wachsen, und m\u00fcssen deshalb mit hohen Dosen an Pestiziden \u201ebehandelt\u201c werden. Das ist auch ein \u201eGeheimnis\u201c des so ertragreichen, konventionellen Anbaus auf Deutschlands besten B\u00f6den.<\/p>\n<p>Die Methode der industriellen Landwirtschaft ist in den LPG-Betrieben der ehemaligen DDR eingef\u00fchrt worden. Auf den heutigen, noch immer riesigen Feldschl\u00e4gen, die von Agrargenossenschaften oder Argrarfimen, d.h. den Rechtsnachfolgern der LPGs und Volkseigenen G\u00fcter, bewirtschaftet werden, sind noch h\u00e4ufig Brunnenringe zu sehen. Bew\u00e4sserungskanonen verteilen dieses wertvolle Grundwasser nicht nur in den Boden und dort nach Abzug der Verdunstungsmenge an die Pflanzen, sondern \u2013 bei solch einem sommerhei\u00dfen Tag wie heute in betr\u00e4chtlichem Ma\u00dfe \u2013 auch in die Atmosph\u00e4re.<\/p>\n<p>Obendrein sind die meisten Hecken(geh\u00f6lze) in der Magdeburger B\u00f6rde zugunsten der Maximierung von Anbaufl\u00e4chen entfernt worden. Die erheblichen mikroklimatischen Effekte der Hecken (insbes. Verminderung der Windaustrockung) sind damit ebenso verloren gegangen wie die Kleinbiotope, die V\u00f6geln und Insekten in diesen Hecken Lebensraum boten.<\/p>\n<p>Der Wasserbedarf der Intel-Fabrik soll das Mehrfache von dem betragen, was die Tesla-Fabrik den trockenen Sandb\u00f6den Brandenburgs entnimmt. Aber nicht nur die Menge ist riesig, auch die f\u00fcr die Chipproduktion geforderte Wasserg\u00fcte (Trinkwasserqualit\u00e4t) l\u00e4sst ein kaum l\u00f6sbares Problem aufkommen. Die Stadt Magdeburg bezieht einen betr\u00e4chtlichen Teil ihres Trinkwassers aus der bewaldeten Heide um das ca. 30 km n\u00f6rdlich gelegene Colbitz (den Truppen\u00fcbungsplatz Colbitz-Letzlinger Heide besuchte die Tour de Natur im Jahr 2015), die als Grundwasserspeicher nicht weiter belastbar ist.<\/p>\n<p>Als Ersatzressource wird erwogen, das saubere Wasser aus dem Dr\u00f6mling (die Tour de Natur wird diese Region am Folgetag durchradeln) zu gewinnen. Dieses im 18. Jahrhundert trockengelegte Moorgebiet emittiert wie alle nicht wiedervern\u00e4ssten Moore gro\u00dfe Mengen Kohlendioxid. Deshalb wird dort in einem Langzeitprogramm der Wasserspiegel kontinuierlich angehoben, was den zwischen den Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben Wiesenmaht und tw. auch Ackerbau betreibenden Landwirten sehr zuwider l\u00e4uft. Den Dr\u00f6mling also als Wasserquelle f\u00fcr den Bedarf des Intel-Werks anzuzapfen, w\u00fcrde die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen des dann wieder unter Sauerstoffzufuhr sich zersetzenden Torfes massiv erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Bleibt noch die Idee, zur Wassergewinnung den nahegelegenen Fluss, die Elbe, anzuzapfen. \u00dcber deren fatale Wasserbilanz in den trockenen Jahreszeiten gab es ja schon am Vortag Informationen von Ernst Paul D\u00f6rfler. Touries erg\u00e4nzten, dass einige der stillgelegten Braunkohlentagebaue in der Lausitz bereits mit Elbwasser \u201egeflutet\u201c (= jahrzehntelang bef\u00fcllt) werden und nach dem jetzigen Ende des Braunkohlenabbaus noch sehr viel gr\u00f6\u00dferer Wasserbedarf f\u00fcr die Auff\u00fcllung der nun offen gelassenen Gel\u00e4ndel\u00f6cher entstehen wird.<\/p>\n<p>Obendrein gibt es prominente, neue Elbwasserinteressenten. Die \u2013 2015 von der Tour de Natur im Spreewald besichtigte \u2013 Verockerung der Nebenb\u00e4che bzw. Zufl\u00fcsse durch eisenhaltige Ausschwemmungen der aufgesch\u00fctteten Tagebaufolgelandschaften kann vermutlich nicht mehr durch Absetzbecken allein aufgefangen werden. Das Einflie\u00dfen von f\u00fcr Tiere und Pflanzen giftigen Eisenoxids sowie der sch\u00e4dlichen Schwermetalle, des Arsen (Gift) und der radioaktiven Stoffe in das Spreewasser l\u00e4sst sich kaum mehr aufhalten. Damit wird auch die spreewasserbasierte Versorgung Berlins gef\u00e4hrdet. Die saubere Elbe sollte dann helfen \u2026<\/p>\n<p>Kurzum: All diese Planungen illustrieren, dass auch in Deutschland die Folgenlast von Gro\u00dfprojekten in einen regionalen Umverteilungskampf \u00fcbergeht, in dem einige Regionen ihren Vorteil finden und zugleich andere noch weiter belastet und ausgebeutet werden. Die Tour de Natur f\u00e4hrt deshalb auch zu den \u201eVerlierern\u201c dieses ruin\u00f6sen Zugriffs auf unsere Lebensgrundlagen, um ihnen \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit und Unterst\u00fctzung zu bieten und daran zu erinnern, dass letztlich wir alle die Verlierer sein werden.<\/p>\n<p>In dem kleinen, mit Kopfsteinpflaster aufwendig sanierten St\u00e4dtchen Wanzleben wurde in der N\u00e4he des Marktplatzes eine Pause eingelegt. \u00d6ffentliche Toiletten waren dort vorhanden. Auch diese (sanit\u00e4re) Versorgung der Touries wird bei der aufw\u00e4ndigen Streckenplanung mitbedacht.<\/p>\n<p>Zur Mittagsrast radelte die Tour weiter durch die B\u00f6rderegion in die Kleinstadt Seehausen. Auf dem Areal des Sportplatzes am s\u00fcdlichen Ortsrand hatte Fl\u00e4ming-Kitchen schon alles f\u00fcr die Mittagsmahlzeit vorbereitet<\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Nachmittag f\u00fchrte die Etappe nach Eilsleben, wo einige Touries den Bahnhof aufsuchten, um zum Etappenziel Helmstadt zu reisen. Auch der Schreiber dieser Zeilen musste dort Feder und Tinte aus der Hand legen, um f\u00fcr eine Unterbrechung von sieben Tagen der Tour fernzubleiben.<\/p>\n<p>Die Tour radelte weiter nach Morsleben, einem besonders heiklen Kapitel deutsch-deutscher Umweltpolitikgeschichte, um die Tagestour danach in Helmstedt mit einer Kundgebung zu beenden.<\/p>\n<h1>Dienstag, 30.07.2024, 11. Tag der Tour de Natur: von Hildesheim nach Bad Gandersheim (52 km)<\/h1>\n<p>Bei bestem und am Morgen fast schon hei\u00dfem Sommerwetter startete die Tour de Natur mit 130 Radler:innen am Quartier der Waldorfschule Hildesheim. Regine hat den \u201eHut\u201c der Tourleitung \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Die Route f\u00fchrte zun\u00e4chst durch die Altstadt und bot nochmals einen Eindruck von den verkehrsplanerischen Problemen, die eine einstmalige Fachwerkstadt mit engen Gassen aufkommen l\u00e4sst, wenn der KfZ-Verkehr (und ein wenig Radverkehr) nach 1945, der weitgehenden Zerst\u00f6rung der Stadt, beim raschen Wiederaufbau durch solch ein Wegenetz hindurchgef\u00fchrt wird. Das resultierte auch in Hildesheim in einer massiven Verdr\u00e4ngung des Radverkehrs z.\u00a0B. von der zentralen Durchgangsstra\u00dfe, der Schuhstra\u00dfe, die nun von den Touries \u2013 wiederum unter Polizeieskorte \u2013 fast g\u00e4nzlich genutzt werden konnte. Geht doch, k\u00f6nnte man sagen \u2026 .<\/p>\n<p>In der kommunalen Politik ist eine solche umweltfreundliche Umwidmung jedoch mit fortw\u00e4hrenden Konflikten verbunden, die mit den bekannten und durchaus empirisch widerlegbaren Argumenten von einigen Protagonisten unter F\u00fchrung der CDU-Ratsfraktion aufrecht erhalten werden: unzumutbarer Verlust von PKW-Parkfl\u00e4chen und umsatzsch\u00e4dliche Reduzierung der PKW-Zug\u00e4nglichkeit der Innenstadt.<\/p>\n<p>Dass Hildesheim auch eine Universit\u00e4tsstadt ist, lasen die Touries auf den Hinweisschildern im Ortsteil Marienburg; dort befindet sich der Hauptcampus der Universit\u00e4t Hildesheim sowie angrenzend die Fachhochschule (HAWK: Hochschule f\u00fcr Angewandte Wissenschaft und Kunst), die zusammengenommen 10.000 Studierende haben.<\/p>\n<p>Eine Pause legte die Tour auf dem sog. Kulturcampus der Universit\u00e4t ein, der am s\u00fcdlichen Ortsrand auf der Dom\u00e4ne Marienburg eingerichtet worden ist. In dem sp\u00e4tmittelalterlichen Ambiente einer Trutzburg, die nach dem Reichsdeputationshauptschluss in eine Staatsdom\u00e4ne mit verpachteter Landwirtschaft umgewandelt und durch fachwerkliche Zweckbauten erweitert worden war, sind die Studieng\u00e4nge des Fachbereichs Kulturwissenschaften und \u00c4sthetische Kommunikation untergebracht, insbesondere der Studiengang Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus sowie das Institut f\u00fcr Medien, Theater und Popul\u00e4re Kultur (mit eigener Probeb\u00fchne), das Institut f\u00fcr Bildende Kunst (untergebracht mit Werkst\u00e4tten in der eindrucksvoll restaurierten Scheune) sowie das Institut f\u00fcr Musik (mit Prober\u00e4umen).<\/p>\n<p>Nach diesem auch f\u00fcr den Toilettengang nutzbaren Pause radelte die Tour weiter und querte das Tal der Innerste, die aus dem Harz kommend, dort in einem Stausee zur Trinkwassergewinnung und Hochwasserregulierung geleitet, durch ihr Tal flie\u00dft, umgeben von den Erhebungen des Vorderharzes. Eine Tourteilnehmerin erinnerte daran, dass dieser Fluss in den letzten zwanzig Jahren bereits zweimal durch extreme Hochwasser f\u00fcr \u00dcberschwemmungen verursacht hat, die nicht nur die sch\u00f6nen historischen Geb\u00e4ude der Dom\u00e4ne Marienburg unter Wasser setzten und massiv besch\u00e4digten, sondern auch in den kleinen D\u00f6rfern des oberen Flusslaufs f\u00fcr gro\u00dfe Sch\u00e4den sorgten. Erweiterte Deichbauten sind daraufhin geplant und zu einem betr\u00e4chtlichen Teil errichtet worden, aber die zudem notwendigen \u00dcberflutungsfl\u00e4chen stehen nicht (mehr) zur Verf\u00fcgung. Die Folgen des Klimawandels sind \u2013 auch \u2013 im Innerstetal nicht mehr zu \u00fcbersehen. Und im weiteren Umfeld: Die Folgen eines zu hohen Wasserstands in der Innerste auf den Wasserstand der Leine (in diese m\u00fcndet die Innerste bei Sarstedt, s\u00fcdlich vor Hannover) sind fatal.<\/p>\n<p>Weiter ging es aus dem Tal der Innerste hinauf in das Lammetal, das von gleichnamigem Bach, allenfalls ein Fl\u00fcsschen, durchflossen wird. Dessen Hochwasser sorgte f\u00fcr massive Sch\u00e4den in der Altstadt von Bad Salzdetfurth, dem h\u00fcbschen Fachwerkst\u00e4dtchen, das die Tour de Natur zu einem Zwischenstopp in den Salinenbereich des Kurparks eingeladen hatte. B\u00fcrgermeister Andreas Humbert begr\u00fc\u00dfte die Touries. Er schilderte, dass die Stadt mit f\u00fcnf Bahnstationen die sog. Lammetalbahn nutzt, die in der 2000-er Jahren reaktiviert worden ist und von Bodenburg nach Hildesheim f\u00fchrt. Zudem hat die Stadt ein zus\u00e4tzliches Busangebot eingef\u00fchrt, den Salze-Bus, der in dem langestreckten Ort die Ortsteile verbindet.<\/p>\n<figure id=\"attachment_769\" aria-describedby=\"caption-attachment-769\" style=\"width: 499px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-769 size-large\" src=\"http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bad_Salzdetfurt-scaled-e1723898357556-499x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"499\" height=\"1024\" srcset=\"http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bad_Salzdetfurt-scaled-e1723898357556-499x1024.jpg 499w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bad_Salzdetfurt-scaled-e1723898357556-146x300.jpg 146w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bad_Salzdetfurt-scaled-e1723898357556-768x1576.jpg 768w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bad_Salzdetfurt-scaled-e1723898357556-748x1536.jpg 748w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bad_Salzdetfurt-scaled-e1723898357556-998x2048.jpg 998w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bad_Salzdetfurt-scaled-e1723898357556.jpg 1006w\" sizes=\"auto, (max-width: 499px) 100vw, 499px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-769\" class=\"wp-caption-text\">Andreas Humbert, B\u00fcrgermeister von Bad Salzdetfurth, begr\u00fc\u00dft die Tour de Natur am Gradierwerk<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bj\u00f6rn Grischka, der Kurdirektor des Ortes, machte auf die beiden in Betrieb gehaltenen Salinen aufmerksam, die im oberen Teil des weitl\u00e4ufigen Kurparks betrieben werden. Im vergangenen Jahr ist ein Salzmuseum eingerichtet worden, das die Geschichte des \u2013 aufgegebenen \u2013 Kalibergbaus illustriert.<\/p>\n<p>Sehr beliebt bei einer besonderen Teilpopulation der Fahrradfahrer ist der am Ortsrand eingerichtete Bike-Park. Hier suchen Mountain-Biker ihre Herausforderungen bzw. hier finden bundesweite Wettbewerbe f\u00fcr die immerhin Olympische Disziplin des Cross Country statt.<\/p>\n<p>Gegen 13 Uhr traf die Tour de Natur in dem kleinen St\u00e4dtchen Lamspringe ein und konnte dort die von Fl\u00e4ming Kitchen vorbereitete Mittagsmahlzeit einnehmen \u2013 unter schattenspendenden B\u00e4umen \u00a0im Hof des ehemaligen Klosters, das nun die Stadtverwaltung beherbergt.<\/p>\n<p>Andreas Humberg, der B\u00fcrgermeister von Lamspringe, begr\u00fc\u00dfte die Tour de Natur, f\u00fcr deren zentrale Anliegen er in seiner Stadt einiges vorweisen kann. Lamspringe ist eine \u201eGlobal nachhaltige Kommune\u201c, die ein anspruchsvolles Konzept zur Nachhaltigkeit in vielen Bereichen des st\u00e4dtischen Lebens und der Stadtverwaltung ausgearbeitet hat. Zudem ist die Stadt als \u201eFair Trade Kommune\u201c zertifiziert. Und schlie\u00dflich hat die Stadt das Zertifikat \u201eKinderfreundliche Kommune\u201c erhalten.<\/p>\n<p>In der Verkehrspolitik musste der B\u00fcrgermeister zun\u00e4chst einr\u00e4umen, dass die \u00d6PNV-Anbindung von Lamspringe in die Region eher d\u00fcrftig sei. Als lokale Ma\u00dfnahme hat die Stadt allerdings ein Car-Sharing- und ein auf ehrenamtlicher Basis betriebenes B\u00fcrgerbus-Angebot eingerichtet.<\/p>\n<p>Ingmar Heinz f\u00fchrte die daran interessierten Touries durch die ehemalige Klosterkirche (Bau aus dem 17. Jh.), deren Kirchenschiff unerwartet hoch und gro\u00df ist und einige kunsthistorische Sch\u00e4tze zu bieten hat. Die Klosterkammer verwaltet \u2013 ebenso wie die zuvor besuchte Dom\u00e4ne Marienburg \u2013 die L\u00e4ndereien und die Baulichkeiten des einstmaligen, 1803 aufgehobenen Klosters bzw. des Klostergutes.<\/p>\n<p>Um 15 Uhr wurde weiter geradelt, nach Bad Gandersheim. Eine Teilgruppe l\u00f6ste sich aus der Fahrraddemo und radelte den dorthin f\u00fchrenden \u201eSkulpturenradweg\u201c, der eine prima Asphaltdecke aufweist und nur geringe Steigungen: eine zum Radweg umgebaute Nebenbahntrasse.<\/p>\n<p>In Gandersheim sammelte sich die Gesamtgruppe wieder, in direkter Nachbarschaft zum dortigen romanischen Dom, dessen Vorplatz wie schon seit etlichen Jahren f\u00fcr die hochsommerliche Auff\u00fchrung der sog. Domfestspiele genutzt wird.<\/p>\n<p>Eine erstaunlich breite und kaum frequentierte Stra\u00dfe f\u00fchrt von Gandersheim hinauf zum <a href=\"https:\/\/www.heckenbeck-online.de\/ort\/\">Dorf Heckenbeck<\/a>, dem Etappenziel der heutigen Tour. Dieses kleine Dorf (500 Einwohner) ist einzigartig, in vielerlei Hinsicht. Im Gegensatz zu allen D\u00f6rfern der Region gibt es hier keinen Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang, sondern eine kontinuierlich wachsende Zahl von Dorfbewohnern. Das liegt daran, dass Heckenbeck einiges zu bieten hat: die Freie Schule und den Kindergarten Pusteblume (Tr\u00e4ger: Verein \u201eAktives Leben und Lernen e. V.\u201c), das Kulturzentrum Weltb\u00fchne, einen Bioladen, eine Solawi (Solidarische Landwirtschaft), einen Meditationspavillon (Tr\u00e4ger: Verein \u201eKlang der Stille\u201c) und ein Dorfgemeinschaftshaus sowie ein Dorfareal mit \u00f6kologisch erbauten H\u00e4usern, oftmals mit Strohballend\u00e4mmung errichtet. Eine nicht nur von den Neu-Heckenbeckern sehr gesch\u00e4tzte \u00e4rztliche Gemeinschaftspraxis gibt es zudem im Dorf. Hierher sind in den letzten zwanzig Jahren etliche junge Familien gezogen und weitere kommen hinzu.<\/p>\n<p>Am Dorfplatz empfing Ricarda Polzin die Touries. Sie war bestens vorbereitet, ein Gruppe von ungef\u00e4hr 100 etwas m\u00fcden, leicht sonnenverbrannten Touries auf drei \u00dcbernachtungsquartiere und zwei Zeltareale aufzuteilen. Und sie organisierte die zeitgleiche Dorff\u00fchrung f\u00fcr mehrere Interessengruppen mit folgenden Schwerpunkten: allgemeine Dorff\u00fchrung; Freie Schule; Solidarische Landwirtschaft; Meditationshaus; Kulturzentrum Weltb\u00fchne; Strohballenhausbau.<\/p>\n<p>Auf der allgemeinen Dorff\u00fchrung wurde das Nebeneinander, jedoch auch das Miteinander der beiden sozialen Gruppen im Dorf beschrieben. In den verschiedenen Vereinen (Sch\u00fctzenverein, B\u00fcrgerverein, Schulverein u.a.) arbeiten die Menschen zusammen und versuchen, f\u00fcr das Dorf passende Entscheidungen zu treffen. In einigen Vereinen haben dort die Eingesessenen die Mehrheit, in anderen die Neu-Heckenbecker. Einige Vorhaben sind allerdings unmittelbar auf die Mitwirkung von alteingesessenen Dorfbewohnern angewiesen, so z.\u00a0B. die SoLaWi, die Ackerfl\u00e4chen f\u00fcr den Gem\u00fcsenanbau ben\u00f6tigt. Auch f\u00fcr Neubauvorhaben ist ausgewiesenes Bauland gefragt, das baurechtlich vorhanden ist, aber privatrechtlich nicht durchweg angeboten wird. Ein Grund daf\u00fcr ist, dass Baugrund von alteingessenen Familien f\u00fcr ihre Kinder zur\u00fcckgehalten wird, wenn diese im Dorf bleiben oder dorthin zur\u00fcckkehren m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Es gibt kein Gremium, in dem alle (zentralen) Belange der Dorfgemeinschaft miteinander verhandelt werden k\u00f6nnen. Ein Ortsrat ist in kleinen D\u00f6rfern nicht vorgesehen. Allerdings sind die Wahl\u00e4mter des Ortsvorstehers und dessen Stellvertreters besetzt. Letztere Funktion ist an eine Neu-Heckenbecker:in vergeben. Ein informelles Miteinander und Sich-Abstimmen findet auf den sog. Kl\u00f6nabenden statt. Sehr gut genutzt wird der dorfbezogene E-Mail-Verteiler, \u00fcber den vieles kommuniziert wird.<\/p>\n<p>Gleichwohl stellt sich auch f\u00fcr das Dorfprojekt Heckenbeck die grundlegende Frage, wann eine Dorfgemeinschaft zu \u201egro\u00df\u201c werden k\u00f6nnte. Sind es vielleicht 300 D\u00f6rfler, die sich noch alle untereinander kennen k\u00f6nnen? Dann w\u00e4re Heckenbeck schon zu gro\u00df gewachsen. Aber es k\u00f6nnte ja in anderen D\u00f6rfern der Umgebung \u00e4hnliches versucht werden \u2026 .<\/p>\n<p>Interessant auch das Konzept und die Praxis der <a href=\"https:\/\/www.freie-schule-heckenbeck.de\/\">Freien Schule Heckenbeck<\/a>, die es seit knapp 25 Jahren als anerkannte Ersatzschule in privater Tr\u00e4gerschaft gibt. Das Kollegiumsmitglied Katja gab eine F\u00fchrung durch die Schule. Der Schulverein ist Tr\u00e4ger, ihm geh\u00f6ren die R\u00e4umlichkeiten, die einst als Bauernhaus mit Viehaltung genutzt wurden. Das alles ist um- und ausgebaut werden und bietet 125 Sch\u00fcler:innen (genannt: Sch\u00fclis) ein Haus zum \u201eselbstbestimmenten Lernen\u201c. Zehn Altersjahrg\u00e4nge besuchen die Schule und verbringen ihre Schultage in interessenbasiert gew\u00e4hlten Kleingruppen. Die 13 festangestellten Lehrpersonen und die mehr als 20 zus\u00e4tzlich t\u00e4tigen Personen bieten den Sch\u00fclis auch Gelegenheiten zum Erlernen des Lesens, Schreibens und Rechnens sowie zum Erwerb von jenen F\u00e4higkeiten, die im Curriculum der Staatsschule auf diverse Unterrichtsf\u00e4cher verteilt sind.<\/p>\n<p>Die Absolventen der Schule seien, so die Einsch\u00e4tzung der Lehrpersonen und Eltern, fast durchweg sehr selbstbestimmte, engagierte junge Menschen, die in weiteren Bildungsg\u00e4ngen (z.\u00a0B. gymnasiale Oberstufe oder Berufsbildung) erfolgreich abschneiden.<\/p>\n<p>Das Abendessen wurde auf dem Areal der Freien Schule eingenommen. Am Abend trat dort der bekannte Protests\u00e4nger Sascha Salossi auf, der schon die Tagesetappe mitgeradelt war, auf einem Lastenrad sein Musikequipment mitf\u00fchrend. Sascha ist auf der Tour de Natur schon mehrfach aufgetreten, so z.\u00a0B. im Jahr 2019 auf einem Abend in der Freien und Waldorfschule Hitzacker. Die Touries waren wieder begeistert. Und zum Abschluss sangen die \u201ejungen Touries\u201c als Chor und begleitet von Gitarre, Geige und Percussion das Lied der \u201eTour de Natur\u201c. Das war ergreifend, ganz besonders f\u00fcr die \u00e4lteren Touries und die Urgesteine: Mit dieser Generation kann \u201ees\u201c weiter gehen!<\/p>\n<h1>Mittwoch, 31.07.2024, 12. Tag der Tour de Natur: von Heckenbeck nach Uslar (53 km)<\/h1>\n<p>Laue Sommernacht in Heckenbeck, Fr\u00fchst\u00fcck bei warmer Sonne im Hof der Freien Schule \u2013 so konnte es bei bester Stimmung losgehen, auf die allerdings durchaus h\u00fcgelige Strecke durch das Weserbergland hinein und hinauf in den Solling \u2013 und das bei hochsommerlichen 30 Grad. Etwas K\u00fchlung f\u00fcr Radler bringt dabei der sanfte Fahrtwind, aber bei Pausen nur der Schatten, f\u00fcr die Touries, die R\u00e4der aus Platzgr\u00fcnden in die Sonne. Den heutigen Tourhut hat wiederum Regine auf.<\/p>\n<figure id=\"attachment_759\" aria-describedby=\"caption-attachment-759\" style=\"width: 525px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-759\" src=\"http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/unterwegs_nach_Lippoldsberg2-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"394\" srcset=\"http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/unterwegs_nach_Lippoldsberg2-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/unterwegs_nach_Lippoldsberg2-300x225.jpg 300w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/unterwegs_nach_Lippoldsberg2-768x576.jpg 768w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/unterwegs_nach_Lippoldsberg2-1536x1152.jpg 1536w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/unterwegs_nach_Lippoldsberg2-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-759\" class=\"wp-caption-text\">Unterwegs im Weserbergland<\/figcaption><\/figure>\n<p>Im Dorf Greene gab es eine Pause \u2013 am Unverpackt Laden, der sein Angebot auch auf Tischen vor dem Ladenlokal ausgebreitet hatte. Hier kauften etliche Touries ein, gern N\u00fcsse und Trockenfr\u00fcchte oder frisch geerntete Aprikosen, noch lieber das Bio-Eis.<br \/>\nUnser \u00f6kologisches Problem mit den viel zu vielen Plastik-Verpackungen ist riesig und belastet nicht nur die M\u00fcllentsorgung, deren M\u00fclltrennung (gelber Sack) zu 40 % nicht in das Recycling f\u00fchrt, sondern in die M\u00fcllverbrennung und \u2013 gern dort genommen \u2013 als Brennstoff f\u00fcr die Zementfabrikation. Plastikteilchen gelangen auch in die Weltmeere und verursachen dort eine Verseuchung der Tiere. Das brachte die Tour de Natur 2019 in einem eindrucksvollen Theaterst\u00fcck den G\u00e4sten des Strandbads Warnem\u00fcnde zur Kenntnis: \u201eFr\u00fcher war der Fisch in der Verpackung, heute ist die Verpackung im Fisch.\u201c<\/p>\n<p>In Einbeck radelte eine Teilgruppe der Tour durch die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone und verteilte dort ihre Flyer an die Passanten. Auf dem Platz hinter dem Rathaus versammelten sich dann alle Touries. Dort informierte Valentin von der \u201e<a href=\"https:\/\/einbeck.endlich-verkehrswende.de\/\">Verkehrswende Einbeck<\/a>\u201c \u00fcber die Verkehrsplanung der Stadt. Die Stadtverwaltung kann auf das in Auftrag gegebene Nahmobilit\u00e4tskonzept des Ingenieurb\u00fcros Schubert aus Hannover zur\u00fcckgreifen, das eine Ausweitung der Radverkehrsfl\u00e4chen vorsieht. Allerdings werden darin auch wenig sinnvolle Vorschl\u00e4ge gemacht wie z.\u00a0B die Umwidmung von Fu\u00dfverkehrsfl\u00e4chen im Zentrum der Altstadt f\u00fcr Radwege. Eine gewisse Kfz-Lastigkeit des Konzepts sei auch gegeben. Wie auch schon in Hildesheim erfahren, st\u00f6\u00dft die Umsetzung auf partikularen Widerstand. Zudem sei die \u00d6PNV-Erschlie\u00dfung des weitl\u00e4ufigen Stadtgebietes eher d\u00fcrftig.<\/p>\n<p>Die Ilmebahn ist 2018 wieder reaktiviert worden, die Einbeck \u00fcber Salzderhelden mit G\u00f6ttingen verbindet. Hier wird einst\u00fcndiger Takt angeboten.<\/p>\n<p>Eine lange Mittagspause am Waldbadsee in Lauenberg war sehr willkommen, nicht nur wegen der dort von Fl\u00e4ming-Kitchen angebotenen Mahlzeit, sondern auch wegen der bei sommerlicher Hitze m\u00f6glichen Abk\u00fchlung im Naturfreibad.<\/p>\n<p>Hoch mussten die Touries hinauf (ca. 250 Hm), um an das Forsthaus Grimmerfeld im Solling zu gelangen. Dort empfing F\u00f6rster Peter Martensen die Tour. Der Solling ist ein Gebirgszug, der westlich von G\u00f6ttingen gelegen ist. Neuhaus ist das 500 m hoch gelegene Zentrum dieses waldreichen Mittelgebirges. Die sog. potenzielle Vegetation (d.\u00a0h. der letzte Vegetationszustand vor Eingriff gr\u00f6\u00dferer menschlicher Nutzung) des Solling w\u00e4re ein geschlossener Buchenwald.<\/p>\n<figure id=\"attachment_762\" aria-describedby=\"caption-attachment-762\" style=\"width: 525px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-762\" src=\"http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/KHA_auf_Rad_verpic-scaled-e1723892781521-1024x832.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"427\" srcset=\"http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/KHA_auf_Rad_verpic-scaled-e1723892781521-1024x832.jpg 1024w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/KHA_auf_Rad_verpic-scaled-e1723892781521-300x244.jpg 300w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/KHA_auf_Rad_verpic-scaled-e1723892781521-768x624.jpg 768w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/KHA_auf_Rad_verpic-scaled-e1723892781521-1536x1248.jpg 1536w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/KHA_auf_Rad_verpic-scaled-e1723892781521-2048x1664.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-762\" class=\"wp-caption-text\">Anstieg hinauf zum Forsthaus Grimmerfeld im Solling<\/figcaption><\/figure>\n<p>Glassande sind im Solling verf\u00fcgbar, so dass kleine Glash\u00fctten und Glasmanufakturen entstanden, deren Holzkohlebedarf immens war. Zudem wurden die W\u00e4lder beweidet, was den Aufwuchs von Jungb\u00e4umen erheblich reduzierte. Insbesondere Rinder fra\u00dfen die jungen Austriebe und reduzierten den Aufwuchs auch und gerade von Buchen.<br \/>\nAufforstungsprogramme, die nach der Einschr\u00e4nkung bzw. des Verbots von Waldweide einsetzten, brachten schwerpunkthaft schnellwachsende Fichtenbest\u00e4nde. Heute sind 60 % der Fl\u00e4che mit Eichen (als fr\u00fche Aufforstung und heutige Nachforstung) und Buchen bestanden. Ein Gro\u00dfteil davon wird als FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat, Naturschutzrichtlinie der EU) ausgewiesen. Zudem sind mehrere Naturschutzgebiete (NSG) eingerichtet worden. Reine Fichtenaufwuchsfl\u00e4chen soll es k\u00fcnftig nicht mehr geben; Mischbest\u00e4nde werden intendiert. Gleichwohl ist schon jetzt, nach den letzten hei\u00dfen Sommern und geringen Niederschlagsmengen, klar, dass auch die Buchen leiden. Ungef\u00e4hr 10% der Waldfl\u00e4che werden unbewirtschaftet gelassen. Hier findet das interessante Experiment statt: Wie regelt sich die \u201eNatur\u201c selbst, welche Sukzession findet statt?<br \/>\nIm Solling gibt es etliche Hochmoore, die tw. entw\u00e4ssert und auch abgebaut worden sind. Deren CO<sub>2<\/sub>-Bilanz ist fatal. Deshalb sind Wiedervern\u00e4ssungsprogramme begonnen worden. \u00dcber deren durchaus heikle kurz- und mittelfristig g\u00fcnstigere Bilanz konnte sich die Tour de Natur 2019 in Bad S\u00fclze informieren: Zun\u00e4chst verfaulen die \u00fcberw\u00e4sserten Gr\u00fcnpflanzen und produzieren dabei Methan, das ca. 10x klimasch\u00e4dlicher ist als CO<sub>2<\/sub>, sp\u00e4terhin dominiert die Reduzierung des letzteren.<br \/>\nEine weitergehende touristische Nutzung des Solling wird intendiert und z.\u00a0B. in der Region von Neuhaus mit dem zertifizierten Wanderwegeprogramm \u201eWilde Heimat\u201c gef\u00f6rdert. Bislang k\u00f6nne man den Solling vielleicht eher als \u201eGeheimtip\u201c bezeichnen.<br \/>\nWeiter ging es durch den Solling, den waldreichen T\u00e4lern folgend bis nach Uslar. In dieser Kleinstadt begr\u00fc\u00dfte der B\u00fcrgermeister Torsten Bauer die Tour de Natur. Er bedankte sich f\u00fcr den Besuch der Tour in seiner Stadt und lobte deren Einsatz f\u00fcr Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend erl\u00e4uterte J\u00f6rg Grabowsky von den Ortsr\u00e4ten Schoningen, Ahlbershausen und Verliehausen, dass die Verkn\u00fcpfung der Radwegsverbindung von G\u00f6ttingen quer durch den Solling \u00fcber Uslar zur Weser, die schon seit zwanzig Jahren geplant werde, nun endlich in die Realisierungsphase \u00fcbergehe.<br \/>\nTimmi fragte kritisch an, warum vor Uslar eine aufw\u00e4ndige Verbreiterung der B241 durchgef\u00fchrt werde, wohingegen z.\u00a0B. die Uslar mit Northeim und Altenbeken verbindende Bahntrasse nur eingleisig sei.<\/p>\n<p>Noch immer ohne den angek\u00fcndigten Regen, allenfalls von ein paar Tropfen ber\u00fchrt, radelte die Tour zum Nachtquartier. Eine freundliche Mitarbeiterin des B\u00fcrgermeisters hat die Tour de Natur in der Turnhalle der Grundschule einquartiert, die \u2013 so die nachfolgende Inansichtnahme der Touries \u2013 ein prima, weil gro\u00dfes und im Vergleich zu Heckenbeck reichlich mit Duschen und Toiletten ausgestattetes Quartier bietet. Anders formuliert: eine intermittierende Reduzierung der K\u00f6rperpflege auf das unbedingt Notwendige l\u00e4sst sich so leichter in die Biographie einf\u00fcgen. Und als weiteres Highlight: Viele Sitzb\u00e4nke mit Tischen auf dem Schulhof sorgten f\u00fcr bequem einzunehmende Mahlzeiten.<\/p>\n<p>Nach dem wieder leckeren Abendessen aus Wam\u2019s K\u00fcche fand dann der Offene Abend statt. Auch in diesem Jahr gab es wieder eine bunte Mischung von Akrobatik, musikalischen Darbietungen, einer kuriosen Neubearbeitung des Grimm\u2019schen Aschenputtel-M\u00e4rchens, humorvollen und ernsten Texten und sogar einen bewegungsk\u00fcnstlerischen Beitrag eines vierbeinigen Tourmitglieds. Jakob und OIiver f\u00fchrten durch das Programm, das viel Beifall fand.<\/p>\n<p>Zum Abschluss gab es Musik zum Gruppentanz, in Fortsetzung des Abends im Trillkegut Hildesheim. So klang ein sch\u00f6ner Sommerabend aus.<\/p>\n<h1>Donnerstag, 01.08.2024, 13. Tag der Tour de Natur: von Uslar nach Hann. M\u00fcnden (43 km)<\/h1>\n<p>Noch ein herrlicher Sommermorgen mit gutem Fr\u00fchst\u00fcck auf dem leider voll versiegelten (=geteerten) Schulhof, aber eben reichlich best\u00fcckt mit Sitzb\u00e4nken an Tischen. So konnte gut gelaunt gestartet werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_773\" aria-describedby=\"caption-attachment-773\" style=\"width: 525px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-773\" src=\"http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Fruehstueck_HannMuend-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"394\" srcset=\"http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Fruehstueck_HannMuend-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Fruehstueck_HannMuend-300x225.jpg 300w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Fruehstueck_HannMuend-768x576.jpg 768w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Fruehstueck_HannMuend-1536x1152.jpg 1536w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Fruehstueck_HannMuend-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-773\" class=\"wp-caption-text\">Fr\u00fchst\u00fcck ist angerichtet<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Route f\u00fchrte in L\u00e4ngsrichtung durch den Solling, \u00fcber Landstra\u00dfen mit Blick auf die H\u00e4nge, die \u00fcberwiegend als \u2013 nach den Regenwochen gr\u00fcne \u2013 Wiesen daliegen, auf den H\u00f6hen die Waldungen des Solling, meist Laubb\u00e4ume.<\/p>\n<p>Hinunter f\u00fchrte die Route dann in das Tal der Weser und dort in den kleinen Ort Lippoldsberg.<\/p>\n<p>\u00dcber den \u00f6kologischen Zustand der Weser informierte Dr. J\u00fcrgen B\u00e4the vom Fachb\u00fcro EcoRing beim Info-Stopp an der Gierseilf\u00e4hre. Der Salzgehalt des Flusses sei erheblich in den letzten Jahrzehnten gesenkt worden, was durch die Analyseergebnisse seines Instituts kontinuierlich als Auftragsforschung gezeigt wird. Massive \u201eVerschmutzung\u201c der Weser ist durch die im oberen Verlauf bzw. am Zufluss Werra gelegene Kali f\u00f6rdernde Industrie (Firma K+S) eingetreten, denn deren reduzierte Einleitung von kali- und phosphorhaltigen Abw\u00e4ssern in die Oberweser vergiftete die Fische und produziert (Pr\u00e4sens, denn hier m\u00fcssten die angrenzenden Bundesl\u00e4nder strengere Vorgaben f\u00fcr die Landwirtschaft durchsetzen) ein extremes Algenwachstum, f\u00fcr das eben auch die Nitrat- und Phospateintr\u00e4ge durch den D\u00fcngereinsatz der Agrarwirtschaft urs\u00e4chlich sind.<\/p>\n<p>Die Fauna der Weser sei beeindruckend. Die Einwanderung von salzliebenden Krebsarten ist r\u00fcckl\u00e4ufig (warum: s.o.), das Aufwachsen von anderen Arten, deren Fressfeinde somit ausbleiben, findet wieder statt. So sind nun auch wieder viele Fischarten in der Weser angesiedelt. Die geringe Sauerstoffversorgung des Flusses wird insbesondere w\u00e4hrend der warmen Jahreszeit zu einem erheblichen Problem, da aufgrund der gro\u00dfen \u201eN\u00e4hrstoffeinleitung\u201c zu gro\u00dfes Algenwachstum stattfindet, was erh\u00f6hten Sauerstoffverbrauch mit sich bringt, der der Wasserfauna dann fehlt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_770\" aria-describedby=\"caption-attachment-770\" style=\"width: 525px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-770 size-large\" src=\"http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Weser_Wassertierchen-scaled-e1723898763197-710x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"757\" srcset=\"http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Weser_Wassertierchen-scaled-e1723898763197-710x1024.jpg 710w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Weser_Wassertierchen-scaled-e1723898763197-208x300.jpg 208w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Weser_Wassertierchen-scaled-e1723898763197-768x1108.jpg 768w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Weser_Wassertierchen-scaled-e1723898763197-1064x1536.jpg 1064w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Weser_Wassertierchen-scaled-e1723898763197-1419x2048.jpg 1419w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Weser_Wassertierchen-scaled-e1723898763197.jpg 1774w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-770\" class=\"wp-caption-text\">J\u00fcrgen B\u00e4the zeigt einen S\u00fc\u00dfwasserschwamm, der sich unter einem Gew\u00e4sserrandstein angesiedelt hat.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein Naturgesetz gibt zu denken: Salz l\u00e4sst sich aus flie\u00dfendem Wasser nicht durch Filter oder chemische Reaktionen entfernen, sondern nur durch \u201eVerd\u00fcnnung\u201c \u2013 oder durch energieaufw\u00e4ndige Siedeprozesse. Somit tragen nicht nur die Kaliindustrie zur sch\u00e4dlichen Salzeinleitung ein, sondern z.\u00a0B. auch alle Sp\u00fclmaschinennutzer, deren \u201eReinigungsmittel\u201c zu ca. 80% aus Salz bestehen, das in den Kl\u00e4ranlagen nicht (s.o.) entfernt werden kann. Auch unsere wassersparenden Sp\u00fclmaschinen tragen somit nicht unerheblich zur Versalzung der Fl\u00fcsse bei.<\/p>\n<p>Die Schiffbarkeit der Weser ist \u00e4hnlich gering wie jene der von der Tour anfangs besuchten Elbe. Als Bundeswasserstra\u00dfe findet Ausbaggern, Buhnenbau und Uferabmauerung statt, was die \u00d6kologie nachteilig ver\u00e4ndert. Ein erheblicher Mengenzufluss der Weser stammt aus der Edertalsperre, die im Sauerland mit dem einzigen Zweck erbaut worden ist, als Wasserreservoir f\u00fcr den Mittellandkanal zu dienen: \u00dcber die Eder wird \u2013 meist f\u00fcr die Flussfauna zu k\u00fchles Tiefenwasser \u2013 als Nachf\u00fcllmenge in die Fulda und von dieser in die Weser geleitet, um in Minden in den Kanal hochgepumpt zu werden.<\/p>\n<p>Eine grundlegende Probleml\u00f6sung illustriert das Beispiel der Lahn, die aus dem Bundesbesitz herausgekauft worden ist und nun nicht mehr als Schifffahrtstra\u00dfe zugerichtet, sondern als Fluss vom Land und den anliegenden Kommunen gepflegt wird.<\/p>\n<p>Zum Abschluss zeigte J\u00fcrgen B\u00e4the am Ufer der Weser einige Kleinlebewesen, insbesondere S\u00fc\u00dfwasserkrebse und -schw\u00e4mme; letztere erbringen erstaunliche Filtrationsleistungen.<\/p>\n<p>Dann hie\u00df es, auf die R\u00e4der \u2013 und bei hochsommerlicher Hitze radelten die Touries weiter \u00fcber sch\u00f6ne Radwege und \u00fcber Nebenstra\u00dfen entlang der Weser zum Mittagshalt am Kloster Bursfelde. Hier gab es genug Schattenpl\u00e4tze, Salat und schmackhafte, etwas der indischen K\u00fcche zuneigende Linsensuppe und Brot mit veganen Aufstrichen.<\/p>\n<p>Die Weiterfahrt ging das Wesertal hinauf, fast immer in Sichtweite des Weserradwegs, der mittlerweile der beliebteste Radfernweg Deutschlands ist. Bei schw\u00fclem Wetter, ein Gewitter oder Regenguss war angek\u00fcndigt und traf zum Gl\u00fcck erst abends ein, radelten die Touries in die Altstadt von Hann. M\u00fcnden und stellten direkt an der Werra ihre R\u00e4der ab. Im Innenhof des Packhauses fand dann eine Informations- und Diskussionsveranstaltung statt.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst erinnerte Kai daran, dass im Jahr 2018 hier in dieser Stadt das erste Freie Lastenrad des Landkreises G\u00f6ttingen im Beisein von J\u00fcrgen Trittin, dem Bundestagsabgeordneten der Gr\u00fcnen\/B\u00fcndnis 90, an die Arbeitsgruppe \u201eLeila\u201c des ADFC G\u00f6ttingen \u00fcbergeben worden ist \u2013 w\u00e4hrend des damaligen Besuchs der Tour de Natur. Auf dem Tacho dieses Rades, das Kai auf die diesj\u00e4hrige Tour mitgenommen und mit Carla-Cargo zu noch mehr Transportkapazit\u00e4t erweitert hat, \u00a0stehen heute mehrere Zehntausend Kilometer. Es funktioniert immer noch prima und leistet seine Dienste im Landkreis G\u00f6ttingen.<\/p>\n<p>Herr Tobias Dannenberg, der B\u00fcrgermeister von Hann. M\u00fcnden, begr\u00fc\u00dfte im Innenhof des Packhofs die Tour de Natur. Nachfolgend konnten die Touries Fragen an die hier anwesenden Fachpersonen richten.<\/p>\n<p>Nicole Prediger, Leiterin des Bereichs Stadtentwicklung, erl\u00e4uterte das Konzept der \u201eSchwammstadt\u201c, von dem die Tour de Natur bereits in Hannover einiges erfahren hatte. Die Stadt Hann. M\u00fcnden bietet z. B. Beratungsangebote f\u00fcr Personen, die Privatg\u00e4rten klimafreundlich gestalten m\u00f6chten. Noch wird nicht auf die Besitzer jener G\u00e4rten mit Sanktionen eingewirkt, die z. B. gr\u00f6\u00dfere Steinfl\u00e4chen statt Beetfl\u00e4chen vorhalten (sog. Schotterg\u00e4rten).<\/p>\n<figure id=\"attachment_771\" aria-describedby=\"caption-attachment-771\" style=\"width: 525px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-771\" src=\"http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/HanMuen_Bgm_et_al2-scaled-e1723899066466-969x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"555\" srcset=\"http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/HanMuen_Bgm_et_al2-scaled-e1723899066466-969x1024.jpg 969w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/HanMuen_Bgm_et_al2-scaled-e1723899066466-284x300.jpg 284w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/HanMuen_Bgm_et_al2-scaled-e1723899066466-768x812.jpg 768w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/HanMuen_Bgm_et_al2-scaled-e1723899066466-1454x1536.jpg 1454w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/HanMuen_Bgm_et_al2-scaled-e1723899066466.jpg 1817w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-771\" class=\"wp-caption-text\">Nicole Prediger, Leiterin des Bereichs Stadtentwicklung von Hann. M\u00fcnden, erl\u00e4utert das Konzept der Schwammstadt (rechts von ihr: B\u00fcrgermeister Tobias Dannenberg)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Vor ca. f\u00fcnf Jahren ist eine Klimafolgenanalyse f\u00fcr die Stadt vorgenommen worden. Bezogen auf diesen Rahmen hat fortan jedes Bauvorhaben nachzuweisen, dass die darin aufgelisteten Anforderungen erf\u00fcllt werden. So muss z.\u00a0B. das Ausma\u00df der Versiegelung bei Neu- bzw. der Entsiegelung bei Umbau von Altsubstanz ausgewiesen werden. Es gibt ein Projekt zur Wasserversickerung an den Hangfl\u00e4chen oberhalb der Stadt, um insbesondere bei Starkregen den raschen Wassereintrag in Werra und Fulda zu verhindern. Die Hochwassergef\u00e4hrdung der Stadt ist augenf\u00e4llig: Hier treffen Fulda und Werra zusammen, die die Altstadt umflie\u00dfen. Hochwasserstandsmarken am Packhaus, das direkt an die Werra angrenzt, wirken beunruhigend.<\/p>\n<p>Adalbert Leuner blickte kritisch auf die tradierte Radverkehrssituation der Stadt. In den kommenden Jahren soll dieser Verkehrsbereich deutlich aufgewertet und ausgebaut werden. Immerhin ist die Stelle des Radverkehrsbeauftragten der Stadt geschaffen worden, die er mit gro\u00dfem Engagement \u00fcbernommen hat.<\/p>\n<p>Interessant ist das Projekt <a href=\"https:\/\/www.fachwerk5eck.de\/\">Fachwerk5Eck<\/a>, das von f\u00fcnf St\u00e4dten (Hann. M\u00fcnden, Einbeck, Duderstadt, Einbeck, Osterode) zur Rettung von Fachwerkgeb\u00e4uden gegr\u00fcndet worden ist. Immerhin ist die Sanierung dieser Bausubstanz wesentlich umweltfreundlicher als der Abriss und Neubau. Zudem wird das Bild einer historischen Innenstadt damit erhalten und unsch\u00f6ne Eindr\u00fccke verfallender Bauobjekte werden vermieden.<\/p>\n<p>Frau Sabine Momm ist Mitglied der \u201e<a href=\"https:\/\/www.bg-hmue.de\/de\/projekte\/speckstrasse7\/index.php\">B\u00fcrgergenossenschaft M\u00fcndener Altstadt e.V.<\/a>\u201c, die seit elf Jahren besteht. Sabine Momm f\u00fchrte die Touries zu dem nahegelegenen ersten Sanierungsprojekt, das heute als historisch angemessen restauriertes und zugleich modernes Veranstaltungs- und Wohnhaus genutzt wird. Mittlerweile hat die Genossenschaft vier weitere H\u00e4user bzw. Hausruinen gekauft und deren Sanierung begonnen und teilweise schon fertiggestellt. \u00dcbrigens: F\u00fcr die Grundsanierung des ersten Geb\u00e4udes hatten sich damals 190 engagierte Menschen mit mehr oder minder gro\u00dfen handwerklichen F\u00e4higkeiten zusammen gefunden und das Objekt in nur neun Tagen grundsaniert (nach neun Monaten wurde \u201ealles\u201c fertig). Diese Menschen waren eingebunden in einen grandiosen Arbeitsplan eines hier sich einbringenden Architekten, der alle Gewerke und die Aktivisten so einband, dass sie sich dabei nicht \u201eauf die F\u00fc\u00dfe traten\u201c, und das in einem engen, 3-geschossigen Fachwerkgeb\u00e4ude!<\/p>\n<p>Zum Abend hin radelte die Tour zum Quartier, dem Grotefend Gymnasium, wo sie sich auf dem Au\u00dfengel\u00e4nde mit Zelten und in der riesigen Turnhalle mit Liegematten ausbreiten konnte.<\/p>\n<p>Um 20 Uhr begann eine sehr interessante Abendveranstaltung, der Vortrag von Dr. Jochen Eckart (Professor f\u00fcr Verkehrs\u00f6kologie an der Hochschule Karlsruhe \u2013 Technik und Wirtschaft) zum Thema \u201eSicherer Radverkehr\u201c. Die vorgestellten empirischen Ergebnisse der Radverkehrsforschung waren zum Teil verbl\u00fcffend. So sind die Unfallszahlen zwischen den verschiedenen F\u00fchrungsformen des Radverkehrs (insbesondere Radweg, Schutzstreifen, Mischverkehr) fast gleich, obgleich hier die subjektive Sicherheitsempfindung erhebliche Unterschiede macht. Und obendrein: An Knotenpunkten sind fahrbahngef\u00fchrte Radwege deutlich sicherer als die Alternativen.<\/p>\n<p>Jochen Eckart hob hervor, dass es ein (\u201edas\u201c) Regelwerk f\u00fcr die Gestaltung der Radinfrastruktur gibt, die ERA (\u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Empfehlungen_f%C3%BCr_Radverkehrsanlagen\">Empfehlungen f\u00fcr Radverkehrsanlagen<\/a>\u201c, herausgegeben von der Forschungsgesellschaft f\u00fcr Stra\u00dfen- und Verkehrswesen in K\u00f6ln, kostenpflichtig). Die ERA gilt f\u00fcr die Radverkehrsplanung und \u2013 so die Einsch\u00e4tzung des Referenten \u2013 ist durchaus hilfreich. Die Stra\u00dfenverkehrsbeh\u00f6rde hingegen arbeitet auf der Grundlage der StVO (Stra\u00dfenverkehrsordnung), die von den meisten Fachpersonen als nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df und eher radverkehrsung\u00fcnstig eingesch\u00e4tzt werde.<\/p>\n<p>Es gab zahlreiche, mehr oder minder auf die Vortragsthematik bezogene Fragen aus dem gro\u00dfen Kreis zu Zuh\u00f6rer, was auch zeigt, dass die Touries mit der Thematik viele pers\u00f6nliche Erfahrungen verbinden. Jochen Eckart gelang es immer wieder, den schwierigen Balanceakt zu vollf\u00fchren: alle Frager zu Wort kommen zu lassen und auf deren Anliegen zu reagieren und dennoch den Fachvortrag fortzusetzen.<\/p>\n<p>Als Empfehlung wies er auf das Projekt <a href=\"https:\/\/unfallatlas.statistikportal.de\/\">Unfallatlas<\/a> hin, das interessante empirische Daten der statistischen Landes\u00e4mter und des statistischen Bundesamtes gut aufbereitet liefert.<\/p>\n<p>Ein heikles Thema ist die zunehmende Nutzung von Pedelecs; diese Nutzergruppe ist mit steigender Frequenz an t\u00f6dlichen Verkehrsunf\u00e4llen beteiligt. Was kaum bekannt ist: W\u00e4hlt man die Anzahl der Verkehrstoten bezogen auf die Kilometerleistung als Variable, so ist das Radfahren ungef\u00e4hr so sicher wie PKW-Fahren oder Zufu\u00dfgehen. Extrem unsicher ist hingegen das Motorradfahren und extrem sicher ist der \u00d6PNV.<\/p>\n<h1>Freitag, 02.08.2024, 14. Tag der Tour de Natur: von Hann. M\u00fcnden nach Kassel<\/h1>\n<p>Schon die Nacht und leider auch der Morgen brachte Regen, f\u00fcr die Zelt\u00fcbernachtenden etwas \u00e4rgerlich, weil das nasse Equipment eingepackt werden musste. F\u00fcr die Hallenschl\u00e4fer:innen kein Problem: die riesige Halle hielt dicht. F\u00fcr alle: das Fr\u00fchst\u00fccken begann in Regenbekleidung. Aber diese Lage dauerte nicht lange an, der Regen h\u00f6rte auf, die Tour hinterlie\u00df eine ger\u00e4umte Halle und schaffte es an diesem Morgen p\u00fcnktlich, d.\u00a0h. um 9:40 Uhr abzufahren. Den Tageshut, schon am gestrigen Mittag von Regine \u00fcbernommen, hatte Tabea auf.<\/p>\n<p>Fast nie sind es die Eltern mit kleinen Kindern, die um 9:30 Uhr noch nicht all ihre Sachen gepackt und auf die R\u00e4der geladen sowie das Fr\u00fchst\u00fcck eingenommen haben. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich bei den Helfern, die die Lastenr\u00e4der best\u00fccken z.\u00a0B. mit der Lautsprecher-Ausr\u00fcstung, deren Akkus \u00fcber Nacht nachgeladen werden m\u00fcssen \u2013 oder den Lastenanh\u00e4nger mit den Musikinstrumenten oder jenen mit den Getr\u00e4nkekisten, aus denen am Vorabend gern ein Bier gegen Beschaffungskosten entnommen wurde.<\/p>\n<p>Aber es gibt immer wieder einzelne Touries, f\u00fcr die der Abfahrtszeitpunkt doch \u00fcberraschend zu kommen scheint und\/oder die noch nicht ganz verstanden haben, dass die Turnhalle schon deutlich vor diesem Zeitpunkt ger\u00e4umt sein muss, weil noch das Ausfegen von der Tour zu erledigen ist. Zu einer h\u00f6chstpers\u00f6nlichen Erkl\u00e4rung dieser Sonderheit konnte am Offenen Abend ein gewisser Kettenblatt zu Wort gebracht werden.<\/p>\n<p>Da mittlerweile einige Touries auf Pedelecs radeln, fast alle Smartphones bei sich f\u00fchren, einige mit H\u00f6rger\u00e4ten durch den Tag h\u00f6ren, sorgt die Tourorganisation auch f\u00fcr eine hinreichende Nachladeinfrastruktur (Steckerleisten) an den meist nur sp\u00e4rlich vorhandenen Steckdosen. Ein gewisses Problem lassen bemerkenswert \u00e4hnliche Kaufentscheidungen der Touries aufkommen. So ein Ei-Samsung-Google-etc.-Phone ist meist x-fach an den Verteilerleisten eingesteckt und bedarf verwechselungsfreier Identifikation. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr Akkus eines w\u00fcrttembergischen Herstellers und f\u00fcr Sandalen mit gelber Herstelleraufschrift sowie f\u00fcr Packtaschen aus dem Hause Umtrieb.<\/p>\n<p>Die Tour radelte das Flusstal der Fulda hinauf, auf der flussbegleitenden Landstra\u00dfe, die meist von Linden bestanden ist. Um den Autoverkehr, der die auch heute wieder mehr als hundert Radler:innen nicht \u00fcberholen durfte, dann endlich doch mal wieder \u201efrei\u201c fahren zu lassen, werden regelm\u00e4\u00dfig kleine Stopps eingelegt, also die Fahrbahn ger\u00e4umt und alle Touries m\u00fcssen sich dann auf einem Parkplatz oder auf abzweigenden Wirtschaftswegen einen Stellplatz suchen und zwar so, dass sie ihr Rad nicht gleich an deren Eingang abstellen und damit den Nachkommenden den Zugang versperren. Das klappte jetzt, am letzten Radltag der diesj\u00e4hrigen Tour de Natur, schon fast problemlos. Wie nennt sich so etwas: Gewohnheitsbildung, Lernen in Gruppen, Achtsamkeit, Selbstverst\u00e4ndlichkeit?<\/p>\n<p>Nach knapp 40 km fuhr die Tour in die Gro\u00dfstadt Kassel ein und folgte den Stra\u00dfenbahnschienen bis in die Innenstadt. Vor dem Staatstheater fand die Mittagspause statt, wieder gut versorgt von Fl\u00e4ming Kitchen \u2013 unter blauem Himmel und bei wieder fast sommerhei\u00df scheinender Sonne.<\/p>\n<p>Tabea konnte f\u00fcr 30 Touries eine kostenlose F\u00fchrung durch das nebendran gelegene naturkundliche Museum Ottoneum arrangieren. Und: auch dessen Toiletten durften von allen Tourteilnehmern genutzt werden.<\/p>\n<p>Der Oberb\u00fcrgermeister von Kassel, Sven Sch\u00f6ller (Partei: Gr\u00fcne), begr\u00fc\u00dfte die Tourteilnehmer:innen und freute sich, dass das Anliegen der Tour auch nach Kassel transportiert werde. Das seit 2015 bestehende Radverkehrskonzept Kassels wurde von Tabea angesprochen. Wo steht Kassel jetzt, fast ein Jahrzehnt sp\u00e4ter?<\/p>\n<figure id=\"attachment_763\" aria-describedby=\"caption-attachment-763\" style=\"width: 525px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-763\" src=\"http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bgm_Ansprache_ohne_Tabea-1024x962.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"493\" srcset=\"http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bgm_Ansprache_ohne_Tabea-1024x962.jpg 1024w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bgm_Ansprache_ohne_Tabea-300x282.jpg 300w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bgm_Ansprache_ohne_Tabea-768x721.jpg 768w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bgm_Ansprache_ohne_Tabea-1536x1442.jpg 1536w, http:\/\/karlheinzarnold.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bgm_Ansprache_ohne_Tabea-2048x1923.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-763\" class=\"wp-caption-text\">Begr\u00fc\u00dfung der TdN durch den Kasseler OB Sven Sch\u00f6ller<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eWir sind noch nicht da, wo wir sein wollten\u201c, so die Antwort von Sven Sch\u00f6ller. Aber es sei einiges schon geschaffen worden, so insbesondere die Fahrradstra\u00dfe im Westen von Kassel, das sog. K\u00f6nigstor. Hier ist etwas Heikles mit einj\u00e4hriger Testphase installiert worden: eine Sperre (Poller als \u201eModalfilter\u201c) leitet den KfZ-Durchgangsverkehr um, w\u00e4hrend der Radverkehr auf bequemer und schneller Route flie\u00dfen kann und den Campus der Universit\u00e4t mit der Innenstadt und dem Stadtteil Wilhelmsh\u00f6he (ICE-Bahnhof) verbindet.<\/p>\n<p>Vorzeigen kann die Stadt Kassel auch das Fahrradparkhaus am Rathaus, das aber noch unterfrequentiert sei. Als ersten Schritt favorisiere er als B\u00fcrgermeister Ma\u00dfnahmen, die wenig umstritten sind wie z.\u00a0B. die Ert\u00fcchtigung der schon vorhandenen Fahrradrouten und erst danach sollen grundlegende Umr\u00fcstungen der Verkehrsstra\u00dfen in Angriff genommen zu werden. Damit werde der latent vorhandene Widerstand bestimmter Bev\u00f6lkerungsgruppen reduziert. Immerhin: Das Wissen \u00fcber die extreme direkte und indirekte \u00f6ffentliche Finanzierung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) und \u00fcber dessen vielf\u00e4ch sch\u00e4dliche Wirkungen sei schon seit Jahrzehnten vorhanden, aber Tatsache sei auch, dass dieses Wissen in gro\u00dfen Bev\u00f6lkerungsgruppen noch nicht angekommen sei bzw. von diesen ignoriert werde.<\/p>\n<p>Im Hintergrund standen auch die Plakate der Initiative \u201eNeue Herkulesbahn\u201c. Sven Sch\u00f6ller wies darauf hin, dass dieses Projekt sicherlich besondere lokale Wertsch\u00e4tzung findet, auch die seine, aber die \u00fcberregionalen F\u00f6rderungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr diese eher unter touristischen Gesichtspunkten attraktive Bahnstrecke seien kaum vorhanden. Reiner Borchert vom F\u00f6rderverein Neue Herkulesbahn wies darauf hin, dass Kassel wegen des Landschaftsparks am Herkulesdenkmal zu einer Weltkulturerbestadt geworden ist. Die Verl\u00e4ngerung der Tramstrecke bis hinauf zum Denkmal sei dringend n\u00f6tig, denn der bestehende Busverkehr sei unzureichend, um diese Kulturdenkmal zu erreichen.<\/p>\n<p>Dann f\u00fchrte die Theater- und Artistikgruppe der Tour de Natur das St\u00fcck \u201eWir bringen den Stein ins Rollen\u201c auf, das mit einer Gesangspromenade ausklang und an die \u201eSchw\u00e4b\u2018sche Eisenbahne\u201c erinnerte.<\/p>\n<p>Durch die Innenstadt radelte die Tour weiter zum alten, dem Hauptbahnhof Kassel, schob ihre Fahrr\u00e4der durch das Bahnhofsgeb\u00e4ude auf Gleis 1 und begab sich dann in das angrenzende Geb\u00e4ude. Dort begr\u00fc\u00dfte Dr. Stefan Klein, Leiter des Verkehrsangebots des NVV, die Tour de Natur im angenehm k\u00fchlen Vortragsraum. Zuvor konnten sich die Touries mit Kalt- und Warmgetr\u00e4nken versorgen.<\/p>\n<p>Das RegioTram-System ist seit 2007 in Funktion, seit 2013 im Gesamtnetz. Grundidee ist, das Eisenbahn- mit dem Stra\u00dfenbahnsystem zu verkn\u00fcpfen, um insbesondere umstiegsfrei vom Umland in die Innenstadt von Kassel zu gelangen (und umgekehrt). Zudem soll der (neue) Fernverkehrsbahnhof Kassel-Wilhelmsh\u00f6he mit dem (alten) Nahverkehrsbahnhof Kassel Hauptbahnhof verkn\u00fcpft werden.<\/p>\n<p>Mehrere technische Voraussetzungen m\u00fcssen erf\u00fcllt sein: (a) gleiche Spurweite; (b) \u00e4hnliche Bahnsteigh\u00f6hen (d.\u00a0h. nicht zu hohe Bahnhofsbahnsteige, da Niederflurstra\u00dfenbahnen pr\u00e4feriert werden); (c) mehrere Antriebsarten (elektrisch mit Mehrsystemmotoren (Systemwechselstelle) und f\u00fcr die nicht elektrifizierte Bahnstrecke: dieselelektrischer und stra\u00dfenbahnelektrischer Antrieb); (d) doppelte Sicherungssysteme (inbes. Fahren auf Sicht vs. Signalsteuerung); (e) Adaptation der Bahnsteigsbreite (schmalere Stra\u00dfenbahnfahrzeuge).<\/p>\n<p>Die Umlandserschlie\u00dfung erfolgt \u00fcber das Bahnnetz und bedient damit nicht die gesamte Fl\u00e4che. Im 30-min-Takt wird werktags gefahren, im innerst\u00e4dtischen Bereich kann durch \u00dcberlagerung der Linien ein erheblich dichterer Takt angeboten werden. An Wochenenden gibt es einen 60-min-Takt.<\/p>\n<p>Eine F\u00fchrung von Thomas Wolf \u00fcber die RegioTram-Bahnsteige schloss sich an, zu der auch eine Besichtigung eines Tramfahrzeugs geh\u00f6rte. Etwas entt\u00e4uschend: nur 2 x 3 Fahrradstellpl\u00e4tze pro Fahrzeug. Allerdings bieten die Regionalexpresse und -bahnen, die au\u00dferhalb der Stadt auf den Strecken verkehren, erheblich mehr Stellpl\u00e4tze. Ob es viel Sinn macht, innerhalb von Kassels Innenstadt \u2013 weiter f\u00e4hrt die RegioTram nicht im Stadtgebiet \u2013 f\u00fcr mehr Fahrradtransport in der RegioTram zu sorgen, diese Frage ist vielleicht schon beantwortet.<\/p>\n<p>Am sp\u00e4ten Nachmittag machte sich die Tour auf den Weg hinauf zur Wilhelmsh\u00f6he. Unabweislich dabei die Feststellung: Kassel ist eine Stadt mit erheblichen Steigungen (und Abfahrten). Das Nachtquartier, die Kasseler Waldschule, liegt hoch oben \u00fcber der Stadt, im fast parkhaften Gel\u00e4nde neben dem Bergpark, in idyllischer Ruhe, allerdings mit gelegentlicher Wortmeldung einer kleinen Schafsherde.<\/p>\n<p>Hier konnten sich die Touries in den Klassenr\u00e4umen und auf dem weitl\u00e4ufigen Areal ihre Schlafpl\u00e4tze suchen. Und einige fanden dabei ganz besondere Gelegenheiten (s. Foto). Am Morgen wurde allerdings berichtet, dass zahlreiche Schnecken dieses Spezialquartier f\u00fcr ihre Nacht gleichfalls nutzen und sich Zutritt zum Schlafsack verschaffen wollten.<\/p>\n<p>Am Abend fand unter der gro\u00dfen Linde das Abschlussplenum statt. Hier wurde wurde viel gelobt, viel geschmunzelt und viel versprochen: Es geht weiter mit der Tour de Natur, auch im n\u00e4chsten Jahr!<\/p>\n<p>Astrid, auch auf dieser Tour wieder gut gelaunt den abendlichen Eincheck f\u00fcr Neuhinzukommende machend, berichtete, dass insgesamt 200 Menschen an der diesj\u00e4hrigen Tour teilnahmen und durchschnittlich 120 Radler:innen pro Tag dabei waren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonntag, 21.07.2024, zweiter Tag der TdN 2024: Exkursionstag in Magdeburg, Radtour nach Barby zum Elbe-Saale-Camp Bei bestem Sommersonnenwetter radelten ca. 60 Touries vom Quartier, der Waldorfschule Magdeburg, durch die Landeshauptstadt, querten die Elbe und folgten dann dem (rechtsseitigen) Elbradweg in Richtung S\u00fcden. 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