Tagesradtouren durchs württembergische Allgäu bei Wangen 2025

Von Hannover transportierte uns und unsere beiden Pedelecs der ICE nach München Hbf, auf dem wir eine kleine Wanderung durch die riesige Baustelle unternehmen mussten, um zu den Nebenbahnsteigen zu gelangen. Von dort nahm uns der RE nach Lindau bis nach Wangen mit, was etwas mehr als 2 h dauerte. Mit Umsteigezeiten waren wir also 8 h unterwegs.

Wangen ist ein Kleinod unter den mittelalterlichen Städten: in der Altstadt kaum zerstört und wenig architektonisch verbaut, umgeben von der Stadtmauer, direkt an die Argen angrenzend, an der mit der Landesgartenschau 2025 ein langgezogenes Areal gegliedert und gestaltet worden ist.

Donnerstag, 30.04.2026: Von Wangen nach Isny und zurück über Eglofs

Bei herrlichem Sonnenschein starteten wir auf unsere erste Tagesetappe, die von Wangen aus mit einem Bogen über Ratzelried in Richtung Osten führen und im eindrucksvollen Städtchen Isny wenden soll.

Schon bald nach Verlassen der städtische Siedlungsfläche führt die Route durch die hier sehr hügelige Wiesenlandschaft und lässt im Süden die Alpenkette betrachten.

Die Heumahd hat in diesem Jahr wohl noch etwas früher begonnen, so dass vielleicht die Hälfe der Wiesenflächen bereits in geschorenem Grün dalag, nicht selten mit noch aufzunehmendem Mahdgut, ab und an mit Traktoren befahren, die mehr oder minder breite Mähwerke nutzen, was für die Wiesenbrüter eine ernste Gefahr bringen kann, insbesondere wenn schnell laufende Kreiselmähwerke verwendet werden.

Immer wieder zeigen sich noch ungemähte und vermutlich weniger extensiv bewirtschaftete Wiesenflächen, auf denen das Gelb der Löwenzahnblüten und xxx leuchtet.

Meist führt die Route über schmale Verbindungsstraßen, die sich zwischen den sog. Aussiedlerhöfen durch die hügelige Landschaft schlängeln und kaum von Kraftfahrzeugen befahren werden. Hier grenzen die Wiesenflächen direkt an die Fahrbahn.

Die Höhenmeter der Route sind beträchtlich. Immer wieder geht es auf einen Hügel hinauf und bald schon wieder hinunter. Die Aussiedlerhöfe sind meist im beginnenden 19. Jahrhundert angelegt worden, als hier im Allgäu die wenig einträgliche Ackerbauwirtschaft umgestellt wurde auf Milchwirtschaft. Die damals angelegten Verkehrswege ermöglichten den Import von günstiger erzeugtem Getreide, aber eben auch den Export von haltbaren Milchprodukten. So wurde die Rezeptur von schweizerischem Emmentaler Käse und belgischem Romadour adaptiert und die nunmehr auf Wiesenheu und Stallhaltung umstellenden bäuerlichen Betriebe konnten mit typischem Allgäuer Käse entfernte Absatzmärkte wie z.B. die Region um Ulm und München beliefern.

Die Route folgt in etwa der Verlauf der Unteren Argen, die westlich der Donau-Rhein-Wasserscheide dem Bodensee zufließt.

Von der Siggener Höhe bietet sich ein imposanter Ausblick über das hügelige Voralpenland auf die noch mit Schneefeldern bedeckte Alpenkette.

Isny bietet nicht nur eine schön gestaltete Altstadt mit Stadttoren, schmucken und autofreien Gassen, sondern auch ein durchgängig genutztes Design: alle touristischen Informationen folgen dem Entwurf von Otl Aicher, der in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing eine Art von Stadtgrafik geschaffen hat.

Im einstmaligen Kloster, das zu einem feudalen Schloss umgebaut worden ist, ist das Stadtmuseum untergebracht. Hier kann auch die Werkschau von xxx besucht werden. Dieser international inbesondere durch seine Buchillustrationen (z.B. für Michael Endes xxx und xxx oder xxx Nils Holgerson) bekannte Künstler stammt aus Isny und hat den Umbau des als Krankenhaus genutzten Schlosses zu einem Museum initiiert und mit gestaltet.

Die Rückfahrt von Isny führt zunächst über einen guten Radweg entlang der Bundesstraße. Im zweiten Teil der Route geht es dann aber wieder über die schmalen Verbindungsstraßen durch die Wiesenlandschaft.